Aaron Haag

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Spieletipp YUNNAN

Von jemanden, der auszog, um Kritik zu erfahren, die er zuvor selbst erteilte 

Aktion Autorgast bei die Aiblinger Zockerbande  

Die Brettspielgruppe gewinnt ein weiteres Mal einen Autor als Gast für eines ihrer öffentlichen Treffen. Der Termin ist der 12. Dezember (19 Uhr) in der Cafeteria auf der Ghersburg.

Der Brettspiel-Autor Aaron Haag stellt sein erstes veröffentlichtes Spiel YUNNAN vor. Auf der Spielemesse in Essen erwies sich der Titel als erfolgreich. Von 800 Neuheiten fand sich YUNNAN auf einer Scoutliste auf Platz 13 wieder.

Auf dem Spielertreffen werden vom Autor Ideenfindung und Spielentwicklung anschaulich beschrieben. Thematisiert wird „Der Weg zum ersten Spiel im Kaufregal“. Anhand dieses Spiels sollen die gemachten Erfahrungen darlegt werden, die der Entscheidung folgen: „Die Spielidee ist fertig. Nun möchte ich, dass diese Idee in mir fremde Wohnzimmer Wirklichkeit wird.

Die Veranstaltung

Auf dem Spielabend am 12. Dezember 2013 auf der Ghersburg  gibt es Gelegenheit, die Messeneuheit des Spiels YUNNANauszuprobieren. 
erteilte den Teilnehmern am Spielabend gerne weitere Auskünfte über seine Motivation der Spielentwicklung und zum Aufwand der Veröffentlichung. 

Zuvor wird der Autor in einem Interview  auf Fragen Rede und Antwort zum Projekt. 

Ein Interview mit dem Autor Aaron Haag

Frage:
Um es einfach mal vorweg zu nehmen: YUNNAN ist ein schönes Spiel geworden. Das soll nun nicht schon das Fazit sein. Vielmehr eine Behauptung für den Grund, dem Ursprung diese Gesellschaftsspiel näher kommen zu wollen. Aaron, es ist Deine erste Veröffentlichung!? Wie sieht denn Dein aktuelles, spielerisches Umfeld aus, dem der Samen YUNNAN als Acker diente und ihn zum Sprießen brachte?

Antwort Aaron Haag:
Mitte der 80er Jahre erwachte mein Interesse an Brettspielen erneut, nachdem ich in meine Kindheit bereits ein eifriger „Monopoly“ und „Öl für uns alle“ Spieler war. Zusammen mit Freunden und Kollegen gründeten wir damals eine kleine Gruppe, die sich einmal wöchentlich zum Spielen traf. 

Aus dieser Gruppe entstanden dann 20 Jahre später die „Westpark Gamers“. Dort werden bis heute wöchentlich im privaten Umfeld die aktuellen Highlights der Vielspieler-Szene auf den Tisch gebracht.

Da wir auch gerne Spiele-Prototypen testen und den Autoren unser Feedback geben und ich schon länger an einer Spielidee arbeitete, lag es auf der Hand, zusammen mit den anderen Westpark Gamers meine Spielidee zu testen und weiterzuentwickeln. Die Gruppe ist ausgesprochen kritisch in ihren Anforderungen an ein gutes Spiel und hat mir immens geholfen, die Spielmechaniken aufeinander abzustimmen und zu balancieren.

Frage:
Generell ist das Spielen elementar für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Oft werden Situationen simuliert, um risikofrei Erfahrungen für das Leben zu sammeln. Ein wichtiges Kriterium dabei ist das Aufstellen von Regeln. Mit zunehmenden Alter sinkt eigentlich dieses Bedürfnis der Spielentwicklung.
Was ist denn da bei Dir verkehrt gelaufen? Bist Du Dir bewusst, warum Du Dich mit dem Entwickeln von Spielen auseinandersetzen magst?

Antwort Aaron Haag:
Verkehrt gelaufen ist bei mir vermutlich, dass das Kind in mir immer noch vorhanden ist. Zumindest, wenn ich Deiner These folgen will. Aber im Ernst: Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Spiele, die einen Multispieler-Solitär-Charakter haben, also recht wenig Spielerinteraktion bieten. Gerade die Interaktion zwischen den Spielern gehört für mich zwingend zu einem Spiel, das mir gefällt. Zusätzlich zeichnet sich die Tendenz ab, möglichst viele Elemente, die optimiert werden wollen in einem Spiel unterzubringen, gepaart mit vielen kleinen Siegpunktquellen.

Alles das hat mich gestört und mich bewogen, ein Spiel zu entwickeln, das möglichst viel Interaktion zwischen den Spielern bietet und gleichzeitig mit möglichst wenigen Spielelementen auskommt. Ich denke, dass mir das mit YUNNAN gelungen ist.

Frage:
Daniel Düsentrieb wird für seine Erfindungen oft mitleidig belächelt. Eine Spielentwicklung sollte für die Veröffentlichung sehr vielen Partien auf mögliche ungünstige Mechanismen durchgespielt werden.
Wer sind denn Deine Opfer für diese Runden? Ist es Deine Familie? Wie reagieren die auf das x-te Mal Testspielen?

Antwort Aaron Haag:
Mit meiner Familie mache ich keine Testspiele, vielleicht mit Ausnahme der Studententruppe rund um meinen Sohn. Da beschränkt sich allerdings die Rückmeldung mangels Spielerfahrung eher auf ein „Hat Spaß gemacht“ oder ein „War langweilig“.

Daneben gibt es noch eine kleine Gruppe Münchner Spieleautoren, die sich ein paar Mal im Jahr zu Prototypentests treffen. Meine „Lieblings-Opfer“ sind aber die bereits erwähnten Westpark Gamers. In erster Linie deshalb, weil diese Gruppe sehr große Spielerfahrung besitzt und deshalb gutes Feedback geben kann. Auch habe ich dort nie das Gefühl, dass man sich scheut auch harsche  Kritik zu äußern, obwohl wir uns schon so lange kennen.

Die meisten Spieletests finden allerdings bei mir zuhause als Simulation statt, d.h. ich spiele sämtliche Spieler und teste damit neue Mechanismen, die Balancierung und die Anfälligkeit für extreme Spielweisen. Erst wenn ich dort zufrieden bin, gehe ich mit dem Prototyp in die oben erwähnten Gruppen.

Frage::
Ich bezeichne Dich einfach mal als Jungautoren. Du hast mehrere Spielideen im Ofen. Aber YUNNAN ist Deine erste Veröffentlichung. Ich nehme auch an, es ist Deine erste Zusammenarbeit mit einer Redaktion für die Spiel-Realisation.
Wie ist es Dir damit ergangen? Entsprach die Umsetzung des Prototypen Deiner Erwartung?
Wie mündig ist man als Jungautor?

Antwort Aaron Haag:
Richtig, YUNNAN war meine erste Zusammenarbeit mit dem Redakteur eines Spieleverlags. Den Redakteur hatte ich vorher bereits auf einer Veranstaltung kennengelernt und festgestellt, dass wir gut miteinander arbeiten können. Wir waren dann auch tatsächlich nach Vertragsabschluss bis zum Drucktermin wöchentlich in Kontakt. Sicherlich spielte dabei eine Rolle, dass Argentum ein kleiner Verlag mit wenigen Neuerscheinungen pro Jahr ist.  

Ich empfand dabei die Zusammenarbeit als ausgesprochen konstruktiv. Alle Ergebnisse der vom Verlag durchgeführten Testrunden wurden mit mir diskutiert, genauso wie aufgetretene Probleme und Änderungsvorschläge. Selbst bei der Gestaltung des Spielplans wurde ich involviert und konnte meine Ideen einbringen (wie zum Beispiel die perspektivische Darstellung). Entscheidungen bzgl. der Umsetzung wurden nie ohne meine explizite Zustimmung getroffen, so dass ich mich immer als vollwertiges Mitglied im Team fühlte und nie als ein reiner Ideengeber, der sich am Ende wundert, was aus seinem Spiel geworden ist.

Aaron Haag - Dir einen lieben Dank für die Informationen. Wir freuen und auf weitere Auskünfte auf dem Abend mit Dir als Autorengast.

Hilfreiche Links:

Verlag -  Argentum
Spielregel - YUNNAN
Spielfeld - Westpark Gamers